19./21. November 2010
Doppelveranstaltung im katholischen Pfarrheim in Odenheim:

Dr. Ute Obhoff
»Otenhaim« im Nibelungenlied

und

Mythos, Kult und Kitsch rund um die Nibelungensage

Ganz im Zeichen der Nibelungen stand in den vergangenen Tagen das Dorf Odenheim. Eröffnet wurde das Ganze durch einen Vortrag von Frau Dr. Ute Obhof, Leiterin der Handschriftenabteilung der Badischen Landesbibliothek. Sie ging der Frage nach, wie die Nennung des Dorfes „Otenhaim“ in Strophe 1013 der Handschrift C zu bewerten sei. Dabei wurde unmissverständlich klargestellt, dass es sich bei der Nibelungenhandschrift um reine Fiktion handelt. Historische Kerne aus dem 5. und 6. Jahrhundert, verschiedene Heldengeschichten und mittelalterliche Vorzeitkunde wurden im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts zu diesem Erzählkomplex zusammengefasst. Einen eigentlichen Dichter dieser Heldengeschichte scheint es nicht zu geben, eher aber einen „Redaktor“, der die über Jahrhunderte mündlich überlieferten tragischen Geschehnisse aus der Zeit der Völkerwanderung und die von wandernden Sängern vorgetragenen Lieder zu einer Sage zusammengefügt und gereimt hat. Es fiel  ihm jedoch schwer, daraus ein homogenes Ganzes zu schaffen. Charakteristisch für die Fassung C ist jedoch die Nennung von „Otenhaim“ und die der näheren und weiteren Umgebung. Dies legt den Schluss nahe, dass der „Redaktor“ diese Orte bewusst in dem Werk haben wollte. Er entschied sich für „Otenhaim“ als Ort der Ermordung Siegfrieds. Die Frage nach dem Warum, konnte bis heute nicht geklärt werden.

Günter Wippler, vom Heimatkundlichen Arbeitskreis Odenheim, der die Referentin vor über hundert Interessierten begrüßen konnte, zeigte sich erleichtert über diese Aussage, hatte er doch in seiner Eingangsmoderation die Hoffnung geäußert, dass durch die wissenschaftliche Beleuchtung nicht die Illusionen der Odenheimer zerstört werden.

Günter Wipplers Sammelleidenschaft ist es auch zu verdanken, dass am Wochenende in Odenheim eine Ausstellung zum Thema Nibelungen zu sehen war. Unzählige Exponate, darunter, Bücher, Zeitschriften, Comics, Plaketten, Gläser, Kinoplakate usw. füllten die Tische, Stellwände und Vitrinen des Ausstellungsraums. Nachbauten historischer Waffen und selbst Siegfried unter der Tarnkappe waren zu sehen oder auch nicht zu sehen. In zwei Medienecken konnten sich die überaus zahlreichen Besucher außerdem über Mulitmedia-Präsentationen dem Thema Nibelungensage und dem darin genannten Dorfes „Otenhaim“ nähern. 

Klicken Sie aruf die Bilder, um sie in vergrößerter Ansicht zu betrachten: