Multimedia-Präsentation:

Tod am Nanga Parbat

In der Nacht vom 15. auf den 16. Juni jährt es sich zum 75. Mal, dass die deutsche Himalaya-Expedition zum Nanga Parbat ein tragisches Ende fand. Als Expeditionsarzt mit dabei war der zur deutschen Bergsteiger-Elite gehörende Dr. Günther Hepp, der als Sohn des Dorfarztes Dr. Franz Hepp seine Kindheit und seine Jugend in Odenheim verlebt hatte. Eine gewaltige Eislawine, die sich 20 Meter hoch türmte, wurde für insgesamt sieben Expeditionsteilnehmer und neun Sherpas zum Grab, so auch für Günther Hepp. Der Heimatkundliche Arbeitskreis erinnerte mit einer Multimedia-Präsentation an den berühmten Sohn der Gemeinde, der im Alter von 28 Jahren für seine Leidenschaft, das Extrembergsteigen, sein Leben ließ.

Im ersten Teil der Präsentation wurde, unterlegt durch viele Bilder, die Kindheit und die Jugend von Günther Hepp, der eine sportlich wie musisch begabte Frohnatur war, dargestellt. Dem schlossen sich Stationen seiner universitären und wissenschaftlich-medizinischen Laufbahn an, wie auch Etappen der Entfaltung seiner bergsteigerischen Ambitionen. Nach vielen alpinen Erfahrungen wurde Dr. Günther Hepp im Jahr 1936 Teil der Expedition in das Grenzgebiet von Indien und Sikkim, wo man im Schatten des dritthöchsten Berges der Welt, dem Kanchenjunga, Besteigungen versuchte und vornahm. Bereits diese Expedition erregte in Deutschland hohes öffentliches Interesse und wurde dementsprechend gu t in Wort und Bild dokumentiert.Im Jahre 1937 sollte dann endgültig der sogenannte Schicksalsberg der Deutschen, der 8125 Meter hohe Nanga Parbat im pakistanisch-indischen Grenzgebiet, bezwungen werden. Wieder wurde Dr. Günther Hepp als Expeditionsarzt berufen. Die Expedition war bestens vorbereitet und fand ein überragendes öffentliches Interesse. Umso größer war die Bestürzung, vor allem auch in der Heimat, als die Nachricht vom tragischen Ende der Expedition eintraf.Suchtrupps fanden unter der Lawine, welche einen Teil der Himalaya-Mannschaft und ihre Träger begraben hatte, bei den toten Bergsteigern auch deren Tagebücher, in denen diese ihre Erlebnisse und Gedanken während des Angriffs auf den Nanga Parbat fast bis zur letzten Stunde ihres Lebens aufgezeichnet hatten.

Eindrucksvolle und imposante Bilder, kommentiert auf der Basis der Tagebuchaufzeichnungen und unterlegt durch stimmige Musik, vermittelten die ganze Dramatik der Ereignisse vor 75 Jahren. Wohl kaum einer der über 130 Besucher der Veranstaltung blieb von den Impressionen und Schilderungen dieser Ereignisse unbeeindruckt. Die Konzeption des Vortrages hatte, wie der Moderator der Veranstaltung, Kurt Fay, betonte, Wert darauf gelegt, die Geschehnisse des Jahres 1937 authentisch aufzuarbeiten und für die Nachwelt zu erhalten. Durch Leihgaben des Heimatmuseums Östringens war es überdies möglich, originale Expeditions-Ausrüstungsgegenstände von Dr. Günther Hepp zu präsentieren. Auf Schautafeln wurden darüber hinaus auszugsweise zeitgeschichtliche Presseveröffentlichungen sowie Beileidsbekundungen an die Odenheimer Arztfamilie Hepp gezeigt.

Klicken Sie aruf die Bilder, um sie in vergrößerter Ansicht zu betrachten: