Geologische Wanderung
mit Dr. Kurt Metzger, Ubstadt
am 5. Juli 2003
   
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Eiszeit im Hohlweg

Bei dem Stichwort Eiszeit denkt man an Gletscher, ausgeschliffene Bergtäler, Nordeuropa und Alpen. Doch Eiszeit war auch in unserer Region, im Kraichgau. Die Gegend hier war zwar nicht vereist, doch die Durchschnittstemperaturen lagen etwa bis zu 10° niedriger als heute. Dies bedeutete, dass nur sehr eingeschränkt Pflanzenwachstum stattfand.

Mit diesen Informationen führte Dr. Kurt Metzger (Ubstadt) rund 60 geologisch Interessierte, die der Einladung des Heimatkundlichen Arbeitskreises Odenheim gefolgt waren, in die kalte Vergangenheit zurück. Die Exkursion ging in die Hatzelberghohl, um dort auf Spuren der Eiszeit zu stoßen. Für Geologen sind Hohlwege interessante Objekte, da ihre senkrecht abfallenden Wände im Schichtaufbau weit über 100000 Jahre zurück blicken lassen. Während der Eiszeit wehten starke Winde den feinen Lössstaub aus dem Rheintal in den Kraichgau, wo er sich in meterdicken Schichten absetzte. Während einer Warmzeit setzte Pflanzenwachstum ein und aus Löss wurde fruchtbare Braunerde. Die Rückkehr der Eiszeit überlagerte diese braune Schicht wieder meterhoch mit Löss. In der Hatzelberghohl ist diese Schichtung gut zu erkennen. Dr. Metzger führte Messungen durch, die die Güte dieses fossilen Bodens bestätigten. In der Vergleichsmessung fielen die Werte für den reinen Löss erheblich schlechter aus. Die Exkursionsteilnehmer erfuhren weiter, dass die Rotfärbung dieser fossilen Schicht ein Hinweis auf die Temperatur jener Zeit ist. Es gilt: je kräftiger das Rot, desto wärmer die Zeit. Die Farbe der untersuchten Schicht lässt darauf schließen, dass in dieser Warmzeit bei uns ein Klima wie in Nordafrika herrschte.

Dr. Metzger verstand es wunderbar, diesen geologischen Stoff anschaulich zu vermitteln. In der zweistündigen Führung erfuhr man außerdem viel über Hohlwegentstehung, Bodentypen, Lösskindl, Wasserwiesen, Salze und Ionen. Eine Messung verschiedener Odenheimer Quellwasser rundete die Veranstaltung ab und ergab durchaus beruhigende Werte. Nicht nachgewiesen werden konnte ein erhöhter Salzgehalt im Silzbach, was darauf schließen lässt, dass das dortige Salzvorkommen, welches im Mittelalter abgebaut wurde, nicht mehr vorhanden ist. In angeregter Diskussionsatmosphäre und mit kühlen Erfrischungen klang die geologische Wanderung im Silztal aus.