Auf Zeitreise mit Exponaten und Urkunden

Vortrag von Dr. Ludwig Hildebrandt

Im Odenheimer Pfarrheim
am 25. November 2007

Archäologische Funde und historische Urkunden sind wichtige Quellen zur Erforschung unserer Vergangenheit. Dies belegte eindrucksvoll Diplom-Geologe Dr. Ludwig Hildebrandt bei seinem Vortrag über 2000 Jahre geschichtliche Entwicklung unserer Region. Mit einer guten Auswahl an Dias, auf denen Ausgrabungsstellen und aussagekräftige Exponate dargestellt waren, nahm er die über 80 Zuhörer mit auf eine Zeitreise. Anhand ausgegrabener Schmuckstücke, Fibeln, Münzen, Keramikarbeiten, Brennöfen und Gebäuderesten, die vornehmlich bei Grabungen in Wiesloch gefunden wurden, erläuterte Herr Hildebrandt die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung dieses Siedlungsgebietes und die Zerstörungen, die durch Kriege und Brände verursacht wurden. Großes Erstaunen erzielte die Information, dass einstmals in Wiesloch enorme Mengen an Blei-Silber-Erz abgebaut und verhüttet wurden. In heutigen Maßstäben entspräche dies ungefähr einer Menge im Gegenwert von zehn Milliarden Euro. In seinen Ausführungen sprach der Referent auch die Problematik der urkundlichen Erwähnungen von Ortschaften an und verwies darauf, dass viele Orte aufgrund von Funden gut 200 Jahre älter datiert werden können. In einem speziellen Exkurs ging Herr Hildebrandt auf den zwischen Odenheim und Eichelberg gelegenen Burghügel ein, der den mittelalterlichen Motten zuzurechnen ist und die zweitgrößte in Deutschland darstellt. Dieser mit 20000 Tonnen Material künstlich aufgeschüttete Burghügel aus dem Jahre 1000 n.Chr. trug einst die Burg Wigoldesberg, die wohl der Sitz des zuständigen Gaugrafen war. Bezüglich des ehemaligen Klosters in Odenheim hatte der Referent auch noch Interessantes zu berichten. Vermutlich liegt einer der Klosterstifter, Graf Bruno von Lauffen, der spätere Erzbischof von Trier, im Kloster Odenheim begraben, da er dies zu Lebzeiten urkundlich angeordnet hatte. Entsprechende Grabungen vor Ort könnten Aufschluss darüber ergeben.

Rainer Maurer, der Sprecher des Heimatkundlichen Arbeitskreises, bedankte sich bei dem Gastredner für die interessanten Ausführungen und äußerte gleichzeitig den Wunsch nach weiteren Möglichkeiten der Zusammenarbeit.