Streifzug durch die Geschichte von Odenheim
Jungsteinzeit
bis um 1200


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Jungsteinzeit
5000–2000 v.Chr.
Der Übergang zu Ackerbau und Viehzucht und somit zur Besiedlung setzt in unserer Region wohl in der Jungsteinzeit (5000 bis 2000 v. Chr.) ein. Im Gewann Steinacker (beim Stifterhof) vermutet die moderne Archäologie eine jungsteinzeitliche Anlage. Als Beleg dienen luftbildarchäologische Aufnahmen und deren Auswertung.      
Keltenzeit
800–50 v.Chr.
Die Gemarkung gehört wahrscheinlich zum Siedlungsgebiet der Kelten. Es gibt Spekulationen über keltische Opferstätten um 50 v. Chr.  
Römerzeit
50 vor bis
280 n.Chr.
Römische Münz- und Scherbenfunde lassen auf eine – wohl eher marginale – römische Vergangenheit (50 v. Chr. bis 280 n. Chr.), vielleicht in Form von Gutshöfen, schließen.
ab 268 Römisch-alamannische Kriegswirren. Die Alamannen erobern die Region.      
ab 300 Hinweise deuten auf eine befestigte alemannische Wall- oder Fliehburg auf dem Greifenberg zwischen Odenheim und Eichelberg. Es gibt Mutmaßungen, die dort den Sitz der „Edlen von Odenheim“ ansiedeln.      
ab 380 Spekulationen um Odenheim als Gauversammlungsort zur Alemannenzeit.      
ab 534 Die „Fränkische Landnahme“ unserer Gegend führt zur Vertreibung der Alemannen.      
6. Jahrhundert Das Dorf im eigentlichen Sinne des Wortes ist vermutlich eine Gründung der Franken, nachdem diese die Alemannen aus der Gegend vertrieben hatten. Die Herkunft des Ortsnamens ist wohl ebenfalls fränkisch und als Heim des Odo oder Oto zu interpretieren, während die Hypothese einer frühgermanischen Herkunft – in Bezugnahme auf eine Kultstätte für den Gott Odin – nach neueren Erkenntnissen eher unwahrscheinlich ist.      
560–620 Grabfunde (Skelettteile, Tongefäße, Waffen, Metallschmuck, Kämme, Spangen, andere Grabbeigaben) sind Zeugnisse eines alemannischen oder – was wahrscheinlicher ist – fränkischen Reihengräberfeldes mit zwölf Grabstellen aus dem 6./7. Jahrhundert im heutigen Gewann „Wanne“.
7. Jahrhundert Die Christianisierung unserer Gegend setzt ein. Es gibt Mutmaßungen um eine Holzkirche vor oder um das Jahr 700 am Standort der heutigen Kirche.      
769–830 Erste urkundliche Erwähnung Odenheims („Othenheim“) im Lorscher Güterverzeichnis aufgrund einer Schenkung: Udelfried in Othenheim schenkt danach dem Kloster Lorsch mit Datum vom 1.7.769 für sein Seelenheil 10 Morgen im Kraichgau. Die auffallend große Zahl der Schenkungen in den Jahren 769 bis 831, aufgeführt sind 22 Besitzer, deutet darauf hin, dass Odenheim mit seinen dazugehörenden Nebensiedlungen ein bedeutender Ort im Kraichgau ist, dessen maximal 100 Familien (ca. 500 Bewohner) von der Bewirtschaftung der rund 720 ha Äcker, Wiesen und vielleicht auch Weinbergen lebte, während der Großteil der Gemarkung noch Wald ist. Verbürgt sind folgende (Vor- bzw. Sippen-) Namen Odenheimer Grundbesitzer: Udelfried, Allido, Autolf, Gracco, Adalmar, Liudegar, Adelfried, Volcger, Helido, Alaman (dreimal), Reginfrid, Gundolf, Leither, Sigebald, Nanatoch, Wolfram, Racher, Liutolf, Gunbert. Hinzu kommen die Namen jener, die durch Tausch zu Grundbesitz in Odenheim gekommen waren: Juncman, Hiltram, Helmgoz, Jeronimus. Die Schenkungen umfassten neben Grundflächen auch Höfe und Gebäude (z.B. Mühlen), landwirtschaftliche Erzeugnisse, Vieh oder gar Leibeigene. Darüber hinaus gibt es auch begüterte auswärtige Grundbesitzer auf unserer Gemarkung.
ab 750 Viele freie Bauern werden Leibeigene. Feudale Strukturen verstärken sich.      
800–900 Der bei der Planung der barocken Kirche (1775) entdeckte alte Grundriss eines frühromanischen Gotteshauses legt die Vermutung nahe, dass an der Stelle der heutigen Pfarrkirche bereits im 9. Jhd. eine kleine steinerne Kirche gestanden hat. Darauf deutet auch das gerade in der fränkischen Zeit beliebte Kirchenpatrozinium des Erzengels Michael hin, der schließlich auch Aufnahme im Odenheimer Ortswappen findet.      
879 Spekulationen darüber, dass Wälder Odenheims im Jahre 879 zum königlichen Jagdforst werden, sind im Laufe der Jahrhunderte des Öfteren in Anspielung auf Gemarkungsbezeichnungen laut geworden. Bestätigungen hierfür lassen sich jedoch nicht finden.      
954 Die Annahme, dass viele der in Urkunden erwähnten Nebensiedlungen Odenheims im Gefolge des Krieges gegen die einfallenden Ungarn untergegangen sind, bleibt mangels konkreter Anhaltspunkte hypothetisch.      
976 Spekulationen um die Ernennung Odenheims zum „freien Reichsdorf “ durch König Otto II., insbesondere aufgrund seines Steinhauerhandwerks, konnten nicht verifiziert werden.      
1108 Das Kloster Hirsau entsendet den Mönch Eberhard als ersten Abt nach Odenheim. Er leitet die Erbauung des Klosters Wigoldesberg (später Kloster Odenheim) durch Benediktinermönche aus Hirsau. Als Stifter des Klosters tritt das Geschlecht der Herren des Kraichgaus, Elsenzgaus und Enzgaus, nämlich die Grafen von Lauffen, Bruno von Lauffen, Erzbischof von Trier und sein Bruder Graf Poppo III. von Lauffen, in Erscheinung. Diese regieren von Bretten aus Teile des Kraichgaus. Die Motive der Stiftung dürften über das Seelsorgerische hinaus in der Sicherung der Hausmacht des Stiftergeschlechts zu suchen sein.
1123 Erste urkundliche Erwähnung des Klosters Wigoldesberg in einer Bestätigungsurkunde der Rechte und Besitzungen des Klosters durch Heinrich V. Danach steht dem Kloster die freie Abt- und Vogtwahl zu und es ist bereits bei seiner Stiftung durch die Herren von Lauffen mit großen Besitzungen (u.a. in Odenheim, Tiefenbach, Aglasterhausen, Großgartach) einschließlich den dazu gehörenden Kirchen, Gewässern, Mühlen, Leibeigenen usw. ausgestattet worden. Graf Poppo scheint darüber hinaus die Hälfte der Kirche zu Odenheim (bzw. das Zehntbezugsrecht daran) gestiftet zu haben.
1161 Bestätigung der mittlerweile umfangreichen Besitzungen des Klosters durch Kaiser Friedrich I. (Barbarossa), vor allem im Zabergäu und am Neckar, aber auch in Elsenz, Ubstadt, Hambrücken, Bruchsal, Forst, Rettigheim und Östringen.
1184 Papst Lucius III. erlaubt der Benediktinerabtei am Wigoldesberg, die Seelsorge in der Pfarrkirche von Odenheim durch Mönche versehen zu lassen. Die Kirche, deren Güter und deren Zehntbezugsrechte werden damit dem Kloster einverleibt.
1191 Papst Cölestin III. nimmt das Kloster unter seinen Schutz und macht es unabhängig vom Mutterkloster und dem Speyerer Bischof.
um 1200 Die Blütezeit des Klosters zieht sicherlich einen wirtschaftlichen Aufschwung und ein Aufblühen des Ortes Odenheim nach sich.